Ein gut gefüllter Bestellzettel bedeutet für ein Restaurant noch lange nicht automatisch einen guten Ertrag. Lebensmittel, Personal, Energie, Verpackungen und Zustellung müssen bezahlt werden. Gleichzeitig erwarten Gäste faire Preise und einen zuverlässigen Service. Für Gastronomiebetriebe wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur auf den Umsatz, sondern auch auf die Kosten hinter jeder einzelnen Bestellung zu achten.
Gerade im Liefergeschäft kommt ein weiterer Kostenfaktor hinzu: Ein großer Teil der Bestellungen wird heute über bekannte Zustell- und Bestellplattformen vermittelt. Für Restaurants sind diese Plattformen durchaus praktisch. Sie bringen Reichweite, machen neue Lokale schnell auffindbar und ermöglichen Gästen eine unkomplizierte Bestellung.
Diese Dienstleistung hat allerdings ihren Preis. Je nach Anbieter, Vertrag und Leistungsumfang können Gebühren und Provisionen einen relevanten Anteil des Bestellwertes ausmachen. Bei einer einzelnen Bestellung fällt das vielleicht wenig auf. Über hunderte Bestellungen gerechnet kann daraus jedoch ein erheblicher Kostenfaktor werden.
Wenn aus Neukunden Stammkunden werden
Interessant wird die Rechnung jedoch bei Stammkunden. Ein Gast kennt das Restaurant bereits, war mit dem Essen zufrieden und möchte erneut bestellen. Erfolgt auch jede weitere Bestellung über eine provisionspflichtige Plattform, entstehen immer wieder Vermittlungskosten.
Genau hier gewinnt die eigene Restaurant-Webseite an Bedeutung. Sie ist längst nicht mehr nur eine digitale Visitenkarte mit Öffnungszeiten, Telefonnummer und Speisekarte. Mit einem integrierten Bestellsystem kann der Gast seine Speisen auswählen, Extras hinzufügen, Lieferung oder Abholung bestimmen und direkt online bezahlen.
Damit entsteht für das Restaurant ein eigener digitaler Bestellkanal.
Plattform oder eigene Webseite? Warum nicht beides?
Eine Zustellplattform kann neue Kunden erreichen und zusätzliche Bestellungen bringen. Gleichzeitig bietet die eigene Webseite die Möglichkeit, Stammkunden und Gäste, die das Restaurant bereits kennen, direkt bestellen zu lassen.
Das kann wirtschaftlich einen erheblichen Unterschied machen. Angenommen, ein Restaurant erzielt beispielsweise 20.000 Euro monatlichen Bestellumsatz über einen Vermittler. Bei einer angenommenen Provision von 15 Prozent entsprechen allein diese Kosten rechnerisch 3.000 Euro.
Natürlich ist auch eine eigene Restaurant-Webseite nicht kostenlos und eine Plattform erbringt für ihre Gebühren Leistungen. Das Beispiel zeigt aber, warum es sich lohnt, nicht nur die Anzahl der Bestellungen zu betrachten, sondern auch deren Herkunft und die damit verbundenen Kosten.
Der eigene Bestellkanal wird immer wichtiger
Gutscheine können beispielsweise zur nächsten Direktbestellung motivieren. Auch die eigene Webadresse auf Speisekarten, Verpackungen oder Flyern kann Stammkunden zeigen, dass sie beim nächsten Mal direkt beim Restaurant bestellen können.
Eine moderne Restaurant-Webseite mit eigenem Online-Bestellsystem muss Zustellplattformen daher nicht ersetzen. Sie kann vielmehr dafür sorgen, dass ein Gastronomiebetrieb neben der Reichweite großer Plattformen gleichzeitig einen eigenen digitalen Vertriebskanal aufbaut.
Denn langfristig zählt für Restaurants nicht nur, wie viele Bestellungen eingehen – sondern auch, wie viel davon am Ende übrig bleibt.
